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Kritisches Impfen

Die meisten Hundehalter machen sich über das Thema "Impfen" kaum Gedanken: Einmal im Jahr geht es ab zum Tierarzt und der Hund bekommt die "volle Dröhnung" Viele Tierärzte propagieren die jährliche Wiederholungsimpfung wider besseren Wissens auch heute noch. Klar, besteht ein Großteil ihrer sicheren Einnahmen ja auch aus dem mindestens jährlich stattfindenden Besuch besorgter Tierbesitzer. Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben allerdings schon lange eine mehrjährige Wirksamkeit der verschiedenen Impfstoffe belegt. Gott sei Dank nimmt inzwischen auch die Zahl der Tierärzte zu, die jährliches Impfen für schädlich, zumindest aber für unnötig halten. Nebenwirkungen der Impfstoffe können sein:

1. Anaphylaktische (allergische) Reaktionen:

- schwerer Schock unmittelbar nach der Impfung, muß sofort vom Tierarzt mit
Antischockmitteln behandelt werden;

- Gesichtsödeme, Hauterkrankungen, unstillbarer Juckreiz;

- Durchfall und Erbrechen (manchmal blutig)

2. andere Reaktionen:

- Autoimmunerkrankungen: autoimmunhämolytische Anämie, eine schwere Blutkrankheit, in den meisten Fällen tödlich; Hypothyroditis: Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, u.a.m.

- Nervenentzündungen, Lähmungen

- Enzephalitis (Hirnentzündung, teilweise mit schweren Krampfanfällen, unheilbar)

- Pannikulitis (Entzündung des Unterhautfettgewebes), Vaskulitis (Entzündung der
Blutgefäßwände) u. a. m.

- Impfsarkom: Tumor an der Impfstelle, bei Katzen relativ häufig, bei Hunden sehr selten, führt trotz Operation fast immer zum Tode

In den USA wurden Studien zum Thema Impfen durchgeführt, die belegen, daß grundimmunisierte Hunde einen mehrjährigen, teilweise sogar lebenslangen Schutz an Antikörpern aufgebaut hatten. Viele Tiermedizinische Hochschulen haben inzwischen eine neue Impfempfehlung herausgegeben, die besagt, daß eine 3 jährige Wiederholungsimpfung ausreichend ist. Auch bei den Pharmakonzernen hat man inzwischen reagiert und die Beipackzettel der Impfstoffe mit einer Wirksamkeitsdauer versehen. ( ZB. Nobivac SHP )

Wichtig ist, daß der Tierarzt die 3 Jahre in den Impfausweis einträgt !

Welche Impfungen sind sinnvoll?

1. Staupe (S):
Die Staupe-Impfung ist ein Lebendimpfstoff, also eine aktive Impfung mit “lebendigen” Erregern. Studien zeigten, dass der Schutz nach Grundimmunisierung und eventuell einer Auffrischung ein Jahr danach 7-15 Jahre, wahrscheinlich lebenslang hält!

2. Parvo (P):
Auch die Parvovirose-Impfung ist ein Lebendimpfstoff. Die Schutzdauer ist ähnlich wie bei Staupe!

3. Hepatitis (H):
Die Hepatitis-Impfung ist auch ein Lebendimpfstoff. Schutzdauer wie bei Staupe und Parvo. Die kontagiöse Hepatitis des Hundes ist in Deutschland und vielen anderen Ländern sehr selten. Hundehalter, die ihrem Tier nur ein Minimum an Impfstoffen geben wollen, können darauf verzichten. Es gibt Produkte, die nur Parvo- und Staupe-Impfstoffe enthalten, z.B. von Intervet “Nobivac Puppy SP”.

4. Tollwut
Die meisten Tollwutimpfstoffe sind für 3 jahre zugelassen


Impfungen, von denen abzuraten ist:

1. Zwingerhustenerreger Parainfluenza-Virus (Pi):
Die Schutzdauer beträgt drei Jahre, Impfstoffe versagen aber relativ häufig. Die Notwendigkeit dieser Impfung ist umstritten, da die Erkrankung meist mild ist und der Impfschutz gerade bei höherem Infektionsdruck (viele Hunde auf engem Raum) nicht oder kaum gegeben ist.

2. Zwingerhustenerreger Bordetella bronchiseptica:
Die Schutzdauer beträgt maximal ein Jahr, die Impfstoffe versagen aber sehr häufig. Auch hier ist die Notwendigkeit aus den gleichen Gründen wie bei Pi umstritten.

Der Zwingerhusten-Impfstoff, der in vielen Kombinationsvakzinen enthalten ist, schützt nur vor einem Erreger des Zwingerhustens, dem caninen Para influenza-Virus. Die "Hundegrippe" kann aber durch verschiedene andere Erreger ausgelöst werden. Die Wirksamkeit dieses Impfstoffs steht sehr in Frage, geimpfte Hunde können genauso erkranken wie ungeimpfte.

3. Leptospirose (L):
Leptospirose-Impfstoffe sind bakterielle Vollkeim-Impfstoffe. Solche Vakzinen genießen auch in der Humanmedizin keinen guten Ruf. "Vollkeim-Impfstoffe, die inaktivierte Erreger enthalten, sind oft schlecht verträglich, da trotz guter Reinigung noch Bestandteile von Bakterienzellwänden enthalten sein können", hieß es beispielsweise in der "Pharmazeutischen Zeitung". Ein bekanntes Exempel sind die früher üblichen Keuchhusten-Impfstoffe.

Der Schutz dieser nebenwirkungsträchtigsten Impfung hält lediglich für ca. 6 Monate vor und schützt nur gegen 2 (Leptospira icterohaemorrhagiae und L. canicola) der insgesamt 200 krankheitsauslösenden Leptospirenarten! Leptospira canicola (= “Stuttgarter Hundeseuche”) ist seit Jahren nicht mehr aufgetreten und die wenigen bekannten Leptospirose Fälle der letzten Jahre sind laut dem bekannten veterinärmedizinischen Labor Laboklin ausnahmslos nicht von L. canicola verursacht, sondern z.B. von L. interrogans, L. bratislava, L. pomona, grippotyphosa usw. Dagegen wirkt der Impfstoff nicht!

Die Universität von Kansas berichtet, daß Lepto-Impfstoffe DER Hauptgrund für adverse Impfreaktionen sind, und zwar in einem Ausmaß, daß die Risiken den Nutzen übersteigen. Die Lepto-Impfung gilt deshalb dort nicht mehr als wichtige Impfung und in Kansas rät man sogar ausdrücklich davon ab, sie Welpen zu verabreichen.

Welpen richtig impfen - Aber wie?

Bei den meisten Züchtern werden die Welpen mit 6-8 Wochen geimpft, dann noch mal mit 12-14 und die dritte Impfung gibt es mit 16-18 Wochen. Warum wird das so gemacht? Weil ein Welpe über die Mutter in der ersten Zeit mit Antikörpern versorgt wird, deren Zahl allerdings mit der Zeit abnimmt. Warum impft man dann so oft? Weil eine Impfung nur dann anschlägt, wenn der Welpe keine maternalen Antikörper mehr im Blut hat. Durch das mehrmalige Impfen wird versucht, diese immunologische Lücke zu erwischen. Sinnvoll ist es, bei den Welpen eine Titerbestimmung machen zu lassen, um zu sehen, wie hoch der Titer noch ist. Meist ist eine Impfung erst in der 12-15 Woche sinnvoll!!! ( Bei Nobivac SHP zB. steht auf dem Beipackzettel, daß ein Welpe, der in der 12. Woche erstmalig grundimmunisiert wird, erst nach 12 Monaten eine Wiederholungsimpfung benötigt - Danach wiederum nur alle 3 Jahre!!!

 

  © Dina Lilkendey - Scherf
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